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Mineralwasser aus dem Westen, Stachelbeeren im Winter – kaum ein Wunsch der DDR-Nomenklatura war ausgefallen genug, um nicht erfüllt zu werden. Die Gärtner, Köche, Chauffeure und Bodyguards berichten erstmals über die ganz privaten Seiten von Wandlitz. Eine Geschichte des Politbüros von unten, die die ganze Absurdität des Alltags im Zirkel der Macht offenbart.
In der DDR waren alle gleich, doch manche waren gleicher. Wie wenig der Alltag der Politoberen dem der Arbeiter und Bauern glich, berichten erstmals die Angestellten von Wandlitz. Sie erzählen von Absurditäten wie der Eislaufbahn, die sich Lotte und Walter Ulbricht jeden Winter vor ihrem Haus anlegen ließen, oder wie Willi Stoph seine Personenschützer zur Apfelernte abkommandierte. Ihre Erinnerungen vermitteln eine Geschichte des Politbüros »von unten«. Sie dokumentieren den spießigen Pomp der DDR-Repräsentanten, wie etwa eines Günter Mittag, der selbst sein Mineralwasser aus dem Westen orderte und seinen Ranch Rover strecken ließ, um seine Beinprothesen bequem unterbringen zu können. Sie zeigen aber auch die Schattenseiten des Lebens im »inner circle«: die Isolation und Einsamkeit der Bewohner von Wandlitz, wo gegenseitige Besuche verpönt waren und die Politikergattinnen sich ihre Zeit allenfalls mit »Soli-Basaren« vertreiben konnten. – Ein authentischer Bericht aus dem Absurditätenkabinett, ergänzt um eine ausführliche Chronik des Politbüros sowie Kurzbiographien seiner Mitglieder.
Thomas Grimm
Das Politbüro privat
Die Dokumentation zum Fernsehfilm in der ARD
Rezension(en):
...man kann durchs Schlüsselloch scheinbar ins Innerste der verblichenen Macht blicken... (Cicero, Magazin für Politsche Kultur, 4-2004)
Man schmökert sich fest in diesen Auskünften der Wandlitzer Dienerschaft. Was Koch, Gärtner und Bodyguard berichten, bestätigt Tucholskys Satz: Wie der kleine Fritz sich Politik vorstellt, so ist sie wirklich. Kichernd genießt der Leser die DDR-Gewaltigen als Personal einer Dorfgeschichte. (Christoph Dieckmann, Die Zeit 25.03.04) |